Und niemand hatte Schuld...
(Auszug aus dem Stern 1/2004, Seite 197)
Den vorstehenden Artikel las ich im Stern. Auch ich weiß nicht, wer ihn ursprünglich geschrieben hat. In einigen mehr oder weniger geänderten Versionen ist er inzwischen in Umlauf. Ich möchte ihn nicht ändern, deshalb füge ich einige meiner Gedanken anschließend hinzu:
Wenn wir nach Hause kamen war jemand da. Falls doch einmal nicht, wussten wir bei welchen Nachbarn oder Verwandten unsere Eltern zu finden waren. Es war selbstverständlich, dass der Vater arbeiten ging und die Mutter sich um das Haus und die Kinder kümmerte. Falls doch beide arbeiteten, war trotzdem jemand da, der uns nach der Schule das Essen gekocht hatte.
Unsere Eltern hatten keine Angst vor Arbeitslosigkeit, im Gegenteil: Der Vater machte regelmäßig Überstunden damit die Familie sich zusätzlich etwas leisten konnte. Wir bestaunten die ersten Gastarbeiter, die während des Wirtschaftswunders zu uns kamen. Nach Feierabend und an den Wochenenden wurde in Nachbarschaftshilfe gemeinsam manches Siedlungshäuschen hochgezogen. Das Wort Schwarzarbeit kannte niemand. Wir spielten auf den Baustellen und waren stolz darauf, wenn wir dort helfen durften.
In den Kindergarten gingen nicht alle Kinder. Er war eine Einrichtung zur Erziehung der Kinder bevor wir in die Schule kamen. Ihn besuchte man frühestens, wenn man drei Jahre alt war. Er diente nicht dazu, Eltern mehr Zeit zum Arbeiten oder Freizeit zu verschaffen. Ganztagsschulen gab es nicht. Unsere Eltern freuten sich, wenn wir mittags nach Hause kamen und interessierten sich dafür, welche Noten wir hatten und wie wir die Hausaufgaben erledigten. Die Kinder in der Schule sprachen alle dieselbe Sprache und konnten deshalb gemeinsam viel leichter und damit besser lernen.
Scheidungen waren selten. Es war selbstverständlich, dass unsere Eltern eine Familie nicht gleich aufkündigten, nur weil ein paar kleine Schwierigkeiten aufgetaucht waren oder weil Vater oder Mutter jemanden kennen gelernt hatten, die oder der hübscher aussah als der Ehepartner. Wir lebten nicht mit nur einem Elternteil, meist der Mutter, zusammen. Wir hatten beide Eltern und nicht einen nur als Besuchselternteil. Die Mütter gaben den Kindern keine Wohnungsschlüssel und waren nicht stolz darauf, wie selbständig die Kinder sich ihr Essen in der Mikrowelle warm machen. Die Politiker forderten nicht mehr Betreuung der Kinder durch Lehrer und Erzieher, die zunehmend an der Erziehung von Kindern scheitern, weil deren wirkliche Eltern ihre Erziehungsaufgabe immer weniger erfüllen.
Ja, Kinder von heute haben Handys, Playstation, Nintendo 64, X-Box, Videospiele, 64 Fernsehkanäle, Filme auf Video, Surround-Sound, eigene Fernseher, Computer, Internet-Chat-Rooms. Mit fünfzehn bekommen sie einen Motorroller, mit achtzehn ein eigenes Auto. Aber sie erleben immer seltener Familie. Deshalb werden auch immer mehr der heutigen Kinder später auf eine eigene Familie und damit auf Kinder verzichten.
Unsere Politiker, gleich welcher Partei, werden weiter gemeinsam die Kinderlosigkeit in diesem Land beklagen. Eigentlich seltsam, viele davon sind doch als Kind in den 50er, 60er oder 70er Jahren aufgewachsen!
Auf dieser Webseite konnte man einmal die Geschichte meiner Scheidung zu lesen. Sehr schnell wurde mir verboten, diese auf meiner Webseite zu veröffentlichen. Einigen Personen war doch zu peinlich, was über sie zu lesen war. Insbesondere will ein verurteilter Verbrecher verhindern, dass ich über ihn schreibe. Es ist mir aber nicht verboten, meine gesamte Lebensgeschichte als Buch zu veröffentlichen.
In dem Buch "Der Opektafarmer" habe ich meine Lebensgeschichte aufgeschrieben. Über was ich geschrieben habe, fasst der folgende Klappentext zusammen:
Klappentext
Trotz dreier Väter, einem biologischen, einem virtuellen und einem Stiefvater, wuchs der Opektafarmer vaterlos auf. Seine ersten siebzehn Lebensjahre verbrachte er an siebzehn verschiedenen Orten, darunter waren mehrere Kinderheime.
Trotz der vier Geburtsurkunden, die ihn als ehelichen Vater ausweisen, kann er nicht Vater seiner Kinder sein. Er verlor sie durch Tod, Adoption oder als entsorgter Vater.
Seine Schwiegertochter, die er noch nie gesehen hat und von der er nichts außer dem Namen und der Adresse weiß, hatte ihm geschrieben:
Herr Ulbrich,
ich habe keinerlei Interesse, mit Ihnen in Kontakt zu treten.
In Zukunft bitte ich Sie darum, auch keinen weiteren Kontakt mit mir aufzunehmen, da sie ohnehin keine Dinge erzählen können, die mir nicht schon bekannt sind.
Iris Xxxxxxxxx
Es gibt ganz sicher viele Dinge, die Iris bisher von ihrem Schwiegervater und dessen bewegtem Leben nicht bekannt sind. Letztlich weiß sie überhaupt nichts von ihm. Deshalb hat der Autor diese Lebenserinnerungen für seine Schwiegertochter aufgeschrieben.
Er beschreibt u.a. die vorsätzliche Entfremdung von Kindern durch einen Elternteil nach einer Trennung.
Er erhebt Anklage gegen die Mutter, den neuen Stief- und Adoptivvater, sowie Familienrichter, die ihn als Vater entsorgt haben. Einen Vater, der seine Kinder liebt und der sich nichts hat zuschulden kommen lassen, was die Entfremdung rechtfertigt.
Mehr auf der Webseite: www.Opektafarmer.de
Zu einem Thema, mit dem ich mich aus gegebenem Anlass beschäftige, führt dieser Link:
www.Stiefkindadoption.de
Impressum:
H.-Norbert Ulbrich
Wimmer 22
D 34590 Wabern
email: info (at) h-norbert-ulbrich.de
Bitte (at) durch das Zeichen @ ersetzen.